Die „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) wurde entwickelt, um Funktionsfähigkeit nicht nur „symptombasiert“, sondern systematisch, nachvollziehbar und berufsübergreifend zu beschreiben.
Für die Physiotherapie bedeutet das: weniger Ratespiel, mehr Struktur. Die ICF schafft eine gemeinsame Sprache, um Beschwerden, Einschränkungen im Alltag, Teilhabefaktoren sowie Kontextbedingungen zusammenzuführen und daraus eine präzisere, zielorientierte Behandlung abzuleiten.
Auf den ersten Blick wirkt die ICF wie ein weiteres komplexes Klassifikationssystem. In der Praxis zeigt sich jedoch ein klarer Nutzen. Die ICF ist kein zusätzlicher bürokratischer Aufwand, sondern ein Rahmen, der klinisches Denken, Befundlogik und Dokumentation ordnet. Wer sie richtig nutzt, gewinnt Übersicht, verbessert die interne und externe Kommunikation und kann therapeutische Entscheidungen stringenter begründen.
Gerade im Praxisalltag liegt das Potenzial darin, dass Befunde und Verläufe schneller und konsistenter dokumentiert werden können, ohne in Textwüsten zu versinken. Gleichzeitig wird die Behandlung „schärfer”, da Zielsetzung, Maßnahmenplanung und Outcome-Auswahl systematisch auf Funktion und Alltag ausgerichtet werden und nicht nur auf Körperstrukturen oder Schmerzangaben.
In dieser Fortbildung lernen Sie, die ICF ohne Umwege in Ihre klinischen Abläufe zu integrieren. Der Fokus liegt nicht auf einer Sammlung von Theorien, sondern auf der praktischen Anwendbarkeit: Strukturieren, ableiten, dokumentieren, kommunizieren. Nach einem halben Tag steht ein praxistaugliches Gerüst, das sofort genutzt werden kann – unabhängig davon, ob in der ambulanten Versorgung, in der Reha oder in der Klinik gearbeitet wird.
Aus dem Kurs nimmst Du mit:
die Logik und Grundstruktur der ICF zu verstehen;
die ICF als klinisches Denkmodell zu nutzen, statt „nur zu kodieren“;
Befunde so aufzubauen, dass sie funktional, nachvollziehbar und teamfähig sind;
Aktivität und Teilhabe konsequent in die Therapieplanung zu integrieren;
Kontextfaktoren (fördernd und hemmend) systematisch zu erkennen und therapeutisch zu berücksichtigen;
Ziele ICF-basiert zu formulieren und mit passenden Outcomes zu verknüpfen;
Behandlungsverläufe klar und schnell zu dokumentieren, ohne Informationsverlust;
die Kommunikation mit anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe zu optimieren;
Ordnung in Befund- und Dokumentationssysteme zu bringen, sodass Prozesse reproduzierbar werden;
Vorlagen und praxistaugliche Beispiele zu erhalten, um direkt starten zu können.
Technische Voraussetzungen für die Teilnahme:
Laptop oder PC mit einem gängigen Internetbrowser
Lautsprecher (Kopfhörer), Mikrofon und Kamera
stabile Internetverbindung
Die Zugangsdaten zum Online Seminar erhalten Sie per eMail.
Kursnummer:
EC-ICF-26-01
Leitung:
Alexander Dassel | Physiotherapeut, sekt. Heilpraktiker Physiotherapie, Hochschuldozent